Ich war heute bei Leistenschneider in den Schadow Arcaden, um mir ein längeres und lichtstarkes Objektiv zu kaufen. Ich wollte den Karneval in Düsseldorf knipsen und mein Objektivpark gab da einfach nichts sinnvolles her. Das Nikon 50mm f1.8 ist einfach zu kurz und das Nikon 55-200mm f4-5.6 ED einfach zu schlecht. Ich war in letzter Zeit fast ausschließlich mit meinem Sigma 17-50mm f/2.8 unterwegs, aber diesmal wollte ich keine Straßenszenen, sondern Emotionen und Gesichter einfangen.

Ich wollte mir also das Sigma 105 mm F2.8 EX kaufen. Es war bei Leistenschneider sogar günstiger als bei Amazon und ich wollte zudem sofort losziehen. Das Objektiv war auch da, aber der nette und kompetente Verkäufer wollte mich partout davon überzeugen, stattdessen das Nikon 105mm F2.8D zu nehmen. Es wird schon seit einiger Zeit nicht mehr hergestellt, hat mit dem Nikon 105mm F2.8G einen Nachfolger, der aber mir aber zu teuer war. Weil es seit 2007 nicht mehr hergestellt wird, ist es mir vermutlich bei meiner Recherche nach einem neuen passenden Objektiv auch nicht begegnet.

Deutlich schärfer hat er mir das Nikon angeboten und ich habe es gleich im Laden ausprobieren können. Und musste ihm absolut Recht geben, wie man an folgendem vergleich sehen kann. Beide Bilder sind mit der selben Einstellung an meiner Nikon D300 und Offenblende von 2.8.

nikon-105mm

sigma-105mm

Man sieht, dass das Nikonobjektiv deutlich schärfer ist. Bei dem Sigma weiß man gar nicht wirklich wo denn jetzt die Schärfeebene liegen soll. Irgendwie rund um die Nase und der Bart auch noch, aber schon die Augen sind verschwommen und richtig scharf ist eigentlich gar nichts. Das ist bei dem Nikon ganz anders. Vom Bart bis zu den Augen schön scharf. Ok, beide Bilder sind leicht überbelichtet, da können die Objektive nichts für, aber dieser Test hat mich von dem Nikon überzeugt. Zusammen mit dem deutlich günstigeren Preis (350 für das Nikon und 429 für das Sigma) habe ich nur wegen des fehlenden  Bildstabilisators überlegt. Beide Objektive sind auch Vollformat geeignet, was mir wichtig war, da ich vorhabe auf absehbare Zeit mir eine Nikon D610 zu kaufen und dann wenigstens ein paar Objektive weiter nutzen möchte, denn dann fällt mein Sigma 17-50mm weg und es bleibt bisher nur das Nikon 50mm übrig. Und wie teuer FX-Objektive sind, brauche ich euch nicht zu erzählen.

Aber zurück zum Bildstabilisator. Ich habe beim fotografieren in der Altstadt in Düsseldorf später am tag schon ab und an überlegt, ob ich nicht doch besser mit dem Sigma gefahren wäre. Denn mir sind mindestens 50% meiner Fotos leicht unscharf geraten. Die Lichtbedingungen waren aber auch alles andere als optimal. Es war grau, schon leicht dunkel, meine Motive bewegten sich, und die D300 rauscht bei mehr als ISO1600 zu stark. Freihandfotografieren war also nicht mehr wirklich drin. Aber ich habe meine Zweifel, ob da ein bisschen Bildstabilisierung geholfen hätte. Denn wenn meine Motoive mal stehen blieben, sich fotografieren lassen wollten oder ich eben keine Karnevalisten fotografierte, dann wurden selbst bei diesen schlechten Bedingungen die Foto knackscharf. Jedenfalls so scharf, wie meine D300 eben scharf sein kann. Denn einen vergleich mit einer D600 oder D800 gewinne ich mit keinem Objektiv der Welt. Dafür liegen zwischen den beiden Kameras ja auch zu Recht knapp 1000 Euro.

Aber zurück zum vergleich von Nikon 105mm F2.8D und Sigma 105 mm F2.8 EX. Ich glaube mit dem Nikon noch sehr viel Spaß haben zu können und freue mich auf die nächsten Portraitaufnahmen bei besserem oder selbst gesetzten Licht. Meine Lieblingslänge ist da zwar 85mm, aber mit dem 50mm und dem neuen 105mm habe ich dennoch einige Möglichkeiten mehr und brauche meine Models nicht mehr so auf die Pelle zu rücken.

Gleichwohl ich das Nikon gekauft habe, finde ich das Sigma für den Preis um 400 Euro auch eine Granate. Für so wenig Geld (im Vergleich mit vielen anderen Objektiven) bekommt man ein langes und lichtstarkes Objektiv, dass sogar vollformatgeeignet ist.

Erste Bilder mit dem neuen Objektiv könnt ihr hier sehen. Einige ausgewählte werde ich die Tage zudem noch hier veröffentlichen.

2 Kommentar(e)

  1. Martin Loos

    Cooles Ding. Bin mal darauf gespannt. Das mit dem Bildstabilisator ist eigentlich egal. Die bewirkt nur etwas, wenn du statische Motive fotografierst. Menschen bewegen sich… da bringt dir die Stabilisierung auch nichts mehr.

  2. Raphael Raue

    Ja genau das dachte ich mir auch und für statische Aufnahmen habe ich entweder ein Stativ dabei oder will, dass es rauscht und wackelt, wie bspw. bei meinem Bild aus Venedig. Ich hatte egstern jedenfalls ziemlich viel Spaß mit dem Objektiv und ziehe gleich wieder los. Karneval in Düsseldorf bietet einem aber auch tolle Motive. Ich bin gespannt, was das Ding heute bei strahlendem Sonnenschein macht. Die Tage dann eine Bildrevue des Objektivs.

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