Gute Kameras und Objektive sind teuer. Das ist leider so. Fotografieren ist eben kein besonders günstiges Hobby. Natürlich kann man mit fast jeder Kamera tolle Fotos machen, aber wenn man irgendwann irgendetwas spezielles Fotografieren muss, dann steigen die Hobbyausgaben doch sehr schnell. Ich habe  bis jetzt die meisten meiner Kameras und Objektive gebraucht gekauft und damit bisher auch nur gute Erfahrungen gemacht. In diesem Artikel will ich aufzeigen, wo man gut gebrauchte Kameras und Objektive kaufen und auch verkaufen kann und worauf man achten sollte.

Gebrauchte Kameras kaufen

Zunächst muss man wissen, was genau man eigentlich will. Das hört sich banal an, aber sowohl bei kameras als auch bei Objektiven sind bisweilen kleinste Ungenauigkeiten ziemlich ausschlaggebend. Wenn ich mir z.B. ein 85mm f/1.4 von Nikon kaufen möchte und mich auf dem Gebrauchtmarkt umsehe, dann finde ich sehr viele deutlich günstigere Objektive, die aber zu einem nicht geringen Teil keinen Autofokus haben. Es ist dann meist das Nikon 85mm f/1.4 AI-s und eben nicht das Nikon 85mm F/1.4 AF-D. und selbst das unterscheidet sich noch deutlich vom  Nikon 85mm F/1.4 AF-G. Ein paar kleine Buchstaben sind anders und schon kaufe ich ein völlig anderes Objektiv und kann das vielleicht gar nicht gebrauchen oder meine ein super Schnäppchen gemacht zu haben. Habe ich aber vielleicht gar nicht. Wirklich, achtet genau darauf, was ihr eigentlich sucht und informiert euch, was es alles für Alternativen gibt. Schaut auch genau auf die Beschreibung und die Fotos der Angebote. Manchmal bringen selbst Verkäufer da einiges durcheinander und das nicht unbedingt mit böser Absicht.

Ihr wisst also was ihr wollt und wisst, was ihr neu dafür bezahlen müsstet. Dann kann es losgehen. Denkt aber bitte auch daran, dass gerade bei teuren Dingen viel komisches Volk im Internet wie im übrigen Leben unterwegs ist, was euch nach Strich und Faden verarschen will. Setzt euch also ein paar Standards. Wenn ein Angebot zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr. Finger weg von den allzu tollen Schnäppchen. Versucht erstmal einen Blick für die Preise zu bekommen. Und selbst wenn ihr wirklich mal ein Schnäppchen gefunden habt, dann werdet nicht gleich nervös und tut dumme Dinge. Fragt immer nach, ob ihr die Kamera auch abholen könnt. Euer gegenüber weiß nicht, dass ihr vielleicht 500 Kilometer weit entfernt wohnt und ein normaler Verkäufer wird sicher nichts dagegen haben, nicht zur Post latschen zu müssen, um seine Kamera verkaufen zu können. Zudem solltet ihr nie einfach so Geld überweisen. Ich nutze bei mehr als hundert Euro immer Paypal oder ähnliche Dienste, die mir mein Geld garantiert zurückgeben, wenn ich meine Ware nicht erhalte. Passiert ist mir das ein Mal beim Kauf eines iPhone. Es kam einfach nicht an. Paypal hat mir mein Geld ohne groß Palaver zurückerstattet. geht auf Nummer sicher. Wenn das Gegenüber kein Paypal oder ähnliches hat, überlegt, ob ihr jemanden kennt,d er in der Nähe des Verkäufers wohnt und dem ihr das Geld überweisen könnt mit der Bitte die Kamera vom Verkäufer zu kaufen und euch zu schicken. Eure neue Kamera wird sonst echt zu teuer, wenn ihr zunächst auf einen Fake reinfallt und dann doch noch den vollen Preis für eine neue bezahlen müsst. Lieber etwas weniger sparen, als doppelt bezahlen, sag ich mir immer.

Aber erstmal einen Eindruck verschaffen, was denn ein normaler Gebrauchtpreis für meine Anschaffung ist. Dafür gehe ich meist zu Amazon. Dort kann man auch gebrauchte Kameras und Objektive verkaufen und wenn eure Wunschkamera keine allzu ausgefallene ist, werdet ihr unter den Angeboten auch gebrauchte Angebote finden. Die Preise sind manchmal schon das günstigste,  was man so finden kann, sie sind aber vor allem Preise, an denen man sich gut orientieren kann, weil es meist Händler sind, die dort auch Gebrauchtware inserieren.

Danach gehe ich dann zu Ebay und schaue mal, was dort so an Auktionen läuft und vor allem schaue ich auch, wie die letzten Auktionen so geendet sind. Ich biete nicht gerne bei Ebay, aber ich schaue mir die Angebote dennoch immer an, um ein besseres Gefühl für den Preis zu bekommen. Bei Auktionen, die sehr vielversprechend sind, mache ich auch mit, aber bleibe bei einem recht geringen Maximum. Denn darüber, dass man sich dort schnell verspekuliert wurde schon viel geschrieben.

Wenn ich einigermaßen über übliche Preise für meine Kamera/Objektiv Bescheid weiß, dann gehe ich zu meinen Markplätzen, wo ich gemeinhin kaufe und schaue, ob ich dort passende Angebote finde. Die müssen nicht sofort da sein,d a braucht man ein wenig Geduld und so schaue ich dann ein paar Mal am Tag bei Ebay Kleinanzeigen und im DSLR-Forum vorbei, bis Angebote da sind und die Preise stimmen. Bisher hatte ich immer Glück, aber ich habe bisher auch noch nicht besonders ausgefallene Dinge gekauft. Die einzige Ausnahme war meine Zenza Bronica SQ-A, die habe ich aber auch auf Ebay aus Italien gekauft. Aber da die ganze Kamera abenteuerlich ist, musste ja auch irgendwie der Weg zu ihr abenteuerlich sein.

Ich schaue aber auch meist bei lokalen Fotohändlern vorbei, die auch gebrauchte Kameras und Objektive anbieten. Hier bekommt man zwar selten ein extremes Schnäppchen, aber man kann sich zumindest sicher sein,d ass die Dinger gecheckt sind und gut funktionieren. Mein letztes Objektiv, das Nikon 105mm F/2.8 habe ich bei einem lokalen Fotohändler gekauft und das zu einem Preis, den ich nirgends im Internet gefunden habe. Aber das war dann wohl Glück.

Lokale Kleinanzeigenportale aber auch Facebookgruppen sind auch durchaus interessant, vor allem, weil man dann meist die Kamera zuerst inspizieren kann, bevor man sie kauft. Da jetzt tipps zu geben ist aber nicht sinnvoll, denn ihr wohnt ja nicht alle hier bei mir in Düsseldorf. Ich schaue mich auch hin und wieder auf Flohmärkten um, aber selten, wenn ich etwas konkretes suche. Dort will ich eher ausgefallenes kaufen und kaufe mir hin und wieder für ein paar Euro komische Kameras, die ich dann für Experimente nutze. Wirklich fündig geworden bin ich aber auf dem Flohmarkt noch nie.

Bei Stefan habe ich gestern auch von einem neuen Marktplatz, dem DSLR-Marktplatz, gelesen, aber ihn noch nicht ausprobiert. Kennt ihr noch alle seriöse und gute Marktplätze im Internet, mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt oder auch abschreckende Beispiele, wo man auf keinen fall bestellen sollte?

2 Kommentar(e)

  1. MdM

    Wer Lust hat, Photographie auch theoretisch zu vertiefen, dem sei “terrashop.de” empfohlen. Ich finde auf deren newsletter immer klasse Angebote.
    Wenn ich deren Konzept richtig verstehe, dreht sich da alles um Literarur zu Technik im weitesten Sinne (Photographie, Design, Computer etc.)

    Ich werde mich zukünftig etwas zurückhalten mit Kommentaren in diesem Blog, weil ich mich da ein bißchen allein auf weiter Flur sehe, mit Kommentaren zu den Photographien.
    Für mich gehört das Wort und also die verbale Auseinandersetzung mit Photographie zu bildlicher Abbildung von Wirklichkeit dazu (und kann manchmal auch angegliederte Themen berühren).

    Nach paar Wochen Teilnahme an dem Blog, erkenne ich so langsam die “Grammatik” darin, die wohl maßgeblich darin besteht, die Bilder selbst sprechen zu lassen.
    Und freilich wirkt es wohl auf die kleine Gemeinde der Heliographen merkwürdig, daß da ein Gast, der selber keine Bilder dazu beiträgt, mehr oder minder schlaue Sätze ein-postet (Die Hintergründe, die meine aktuelle Beziehung zur Photographie markieren, habe ich Raphael per mai geschrieben).

    Ich bleibe da als Gast erstmal dennoch am Ball, weil ich den Blog große Klasse finde und da zum Teil so by-the-way richtig großes Kino sehe und mich das auch anregt, vielleicht doch noch mal das Schiff digitaler semiprofessioneller Photographie zu betreten (ich komme aus der analogen Photographie mit Dunkelkammer, die freilich noch einen anderen Bezug zur ZEIT hatte als Digitalphotographie, die mit Photoshop Bilder “optimiert”. In der Dunkelkammer muß das Photo mit unterschiedlichen Gradationen des Papiers und “Wedeln” etc. optimiert werden. Das geht heute in-aller-Ruhe per Photoshop. In diesem Zusammenhang befürworte ich Nachbearbeitungen durch Photoshop, weil “Authentizität” nicht darin besteht, das “Material” gewissermaßen “roh” zu belassen. Photographie ist per se nicht objektiv. Aber sie kann authentisch sein, auch wenn sie nachträglich “ins rechte Licht” retouchiert wird. In diesem Zusammenhang ist Gerhard Richter ( http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Richter ) von Bedeutung, der den “umgekehrten” Weg ging: Bilder zu malen, die aussehen, wie Photographien. Freilich hat das Kind kunsthistorisch auch einen Namen: “Photo-Realismus”. Für mich ein spannendes Thema, weil es wohl nichts schwierigeres gibt, als Realität abzubilden; und es klassische Kunstformen, die die natürliche Dynamik des dynamischen Lebens auf einen AUGENBLICK einzufrieren zu versuchen trachten, nicht einfach haben: weil wir in einer dynamischen Zeit leben, wo der Stillstand oder das kontemplative Schauen weggerissen wird durch die Bewegung…)

    Lange-Rede-kurzer-Sinn (ein geflügeltes Wort, das im Englischen heißt: to-make-a-long-story-short):

    Ich werde mich zukünftig aus genannten Gründen etwas zurückhalten mit Kommentaren in diesem Blog/Forum, um dem “Flow” des Blogs keine unnötigen Reibungen zu implementieren.

    “Alles ist schön” sagt Andy Warhol (den ich hoffentlich nicht erklären und verlinken muß)

  2. MdM

    p.s.

    …man könnte Gerhard Richter auch bezeichnen als: Pornograph des totalen Kapitalismus.
    Daß er die Fenster des Kölner Doms vor paar Jahren kreiert hat, spricht dem nicht entgegen…

    Für mich ist Gerhard Richter einer, der mit seinen ihm zur verfügenden Mitteln sich mit Freude zum Clown macht dessen, was aberwitzig ist.

    Kleine Realgeschichte zu Josph Beuys:

    Eine Putzfrau in einem Museum für zeitgenössische Kunst hat versehentlich mal ‘ne Fettecke vom Joseph Beuys in’nen Müll geworfen.

    Daraus entstand wohl der geflügelte Satz: “Is’ das Kunst odda kann das wech?”

    Ich fühle mich dieser Putzfrau insofern nahe, als ich aufgehört habe, einem Hype um bestimmte Kunst Glauben zu schenken, und habe mich dafür entschieden, einfach nur die Augen anzuschalten, um Spreu vom Weizen zu trennen.

    Wer Augen hat, zu sehen, und hinter den Augen ein “Verarbeitungssystem” sein Eigen nennt, wird klaren Auges sehen, was schiere Masche des obstinaten Scheinens ist einerseits, …oder von Substanz ist andererseits.

    Hoppsala: Jetzt kam ich ungewollt in einen goetheschen Sprachduktus, der Tiefbedeutung suggeriert (Göte ist ein deutscher Dichter, der gern auf Bänken mit langjesrteckten Beenen zu sehen ist):

    http://www.aski.org/portal2/images/10_tischbein_goethe_02.jpg

    Da hockt der nun,

    der alte Depp,

    und reimet froh

    in zweien Brüsten

    wie ein Floh

    Mal im Ernst: Jöte ist doch eine eher peinliche Institution, die alles wichtige in Metren reinzupressen sich anschickte.
    Goethe sollte irgendwann aus dem Schulunterricht entfernt werden wie der Rap, der auch alles nur in Jamben erzählt.

    Ey Alter,

    hör mir zu

    ich bin Rapper

    und laber Dich voll

    das ist wurscht,

    weil ich bin toll

    eeeeeeeeeyyyyyyy

    ho ho

    eeeeeeeeeeyyyyy

    ho ho

    es ist mir gleich,
    was du jetzt denkst,

    denn ich bin der Macher,
    der King vom Acker

    ….

    Das ist für mich Jöte (Goethe): ein Rapper, den man nicht überbewerten sollte: lustig zwar, aber ohne Tiefenschärfe.

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