Alltäglicher Akt

Alltäglicher Akt

Dies ist eines der wenigen Aktfotos, die ich bisher gemacht habe, dass ich mag. Es gibt noch ein paar mehr und leider kann ich die meisten davon auch nicht veröffentlichen, aber ich mag die meisten meiner Aktfotos nicht. Ich finde nämlich Aktfotos, die die Nacktheit in den Vordergrund, in die Mitte, in die Aussage des Fotos stellen, schlicht langweilig. Als Fotograf. Ansonsten begutachte ich natürlich, wie jeder andere Mensch den ausgestellten Menschen auch. Aber das ist mein Problem mit so vielen Aktfotos. Sie laden zur Begutachtung des Objekts, nicht des Fotos ein.

Aber solche Fotos würde ich einem Fotografen nie zum Vorwurf machen, weil es mir selbst so selten gelingt, die Nacktheit aus einem Nacktfoto zu nehmen und dennoch darauf beharren zu können, dass das Foto mit Kleidern nicht funktioniert hätte. Zerreißt mich in den Kommentaren dafür, aber ich meine in diesem alltäglichen Akt ist mir das gelungen. Model beim Wäscheaufhängen. Vertieft und doch präsent. Gestellt und doch alltäglich. Nackt und doch nicht Ausgestellt.

Widersprecht mir, aber ich mag das Foto.

1 Kommentar(e)

  1. Michel de Montaigne

    Mir gefällt das Photo ausgesprochen gut. Das Photo!!
    Aber es stellt sich eine mehr sprachphilosophische Frage: Was ist das “Objekt”: Jene Frau?
    Oder das silhouettige Schwarz links und rechts der Frau?
    Das Gegenlicht?
    Oder das photographische Bild als Komposition?

    In diesem Zusammenhang empfehle ich den jüngsten Professor mit Lehrstuhl für Philosophie in Deutschland: Markus Gabriel: “Warum es die Welt nicht gibt”.

    Ich denke (ergo sum), daß mit Sloterdijk und Precht ein neues Zeitalter des Denkens stattfindet, das verkrustete Bleischwere (Kant, Heidegger etc.) in die (mediale) Bewegung bringt und Markus Gabriel

    Der Haudegen neuen Denkens – Markus Gabriel – wurde regelrecht notwendig, um “Denken” mit Massenmedien zu synchronisieren; wie das Selbst-Photo von Raphael Raue als Wittgensteinscher Satz.

    Für mich ist Photographie immer auch verknüpft mit ihrem Transport qua Medien:

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