1 Kommentar(e)

  1. MdM

    ich persönlich mag diese Art von Photos (viel komplexe Struktur/en) und der ins Ocker gehender Grundfarbton gelb, von dem man nicht sagen kann, ob er die konkrete Licht/Farbsituation 1:1 “authentisch” wiedergibt.
    Die “Farbautentizität” eines Photos ist immer so eine Sache. Ich habe z.B. mal fliederfarbene Lautsprecher im Innenraum photographiert und der Empfänger des Photos fragte, ob das die “echten” Farben seien auf dem Photo.
    Dazu muß gesagt werden, daß über den Tag verteilt sich freilich das Licht in einem Raum (ohne Kunstlicht) sich verändert und synchron freilich auch die Farbanteile (rot, grün, blau) des Objektes verändern.
    In größerem Maßstab ist das Licht in unseren Breitengraden freilich im September weit “gelblicher” (=also “röter”) als im Juli, wo der Oberbeleuchter (die Sonne) ein relativ neutrales Weiß ausstrahlt.

    Die Frage, die sich dabei stellt, ist: was ist in der Photographie “authentisch”.
    Meine Antwort darauf ist: Photographie ist immer authentisch, aber nie objektiv. Die Authentizität der Photographie liegt nach meiner Sicht nicht im Objekt der Photographie, sondern in einem “schwirrenden Raum”, der in der Beziehung des photographierenden Subjekts und dem Objekt entsteht: Das ist ein schwirrender Raum, der vom Betrachter eines Photos besetzt wird und ihn neu definiert.
    Als Freund mathematischer Gleichungen könnte man sagen, daß ein Photo nie nur EIN Photo ist, sondern sich durch die Anzahl der Betrachter nicht als schiere Kopie vervielfältigt, sondern eine Metamorphose-seiner-Aussage:
    Mathematisch: Nennen wir ein beliebiges Photo: X.
    Schauen sich dieses Photo X 5 Leute an, dann ist die Substanz des Photos nicht 5 x X, sondern erfordert eine komplexere Gleichung: … die meine mathematische Sprachkompetenz und -routine übersteigen würde.

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